Veitskapelle

Neues aus der Kirchengemeinde

Wir sind froh und wissen es sehr zu schätzen, wie reich unser Schatz an ehrenamtlichen Menschen in unserer Kirchengemeinde ist.
Termine und Beschreibungen zu Gruppen und Kreisen finden Sie hier…

Ein Besuch in der Veitskapelle Mühlhausen

Die Veitskapelle ist während der Herbst- und Wintermonate geschlossen.
In der Zeit von Ostern (17. April) bis Erntedank Erntedank (2. Oktober) ist die Kapelle immer sonntags zwischen 14.00 und 16.30 Uhr geöffnet.

Einleitung zur Veitskapelle

Heute ist sie die älteste unzerstörte bzw. original erhaltene Kirche in Stuttgart. Das Besondere der Veitskapelle ist das in einer ungewöhnlichen Geschlossenheit mittelalterliche Wandmalereien und mittelalterliche Altäre noch vorhanden sind und bis 1560 weitere Ausstattungsstücke erhielt.

Die Veitskapelle
– so besonders

nicht nur die Wandmalereien sind kunsthistorisch wertvoll, auch die Holzarbeiten, und damit vor allem die Altäre, sind bedeutsam. Ein ehemaliger Altar, der erste Hochaltar im Chor der Veitskapelle, steht heute in der Stuttgarter Staatsgalerie und ist dort ein besonderes Schmuckstück.

ANgeDACHT

„Gelobt seist du, mein Herr“

Wenn im Herbst die Weinberge rund um unsere Kirchengemeinde in warmen Farben leuchten, wenn die Trauben gelesen werden, dann spüren viele Menschen etwas von der Schönheit und dem Reichtum der Schöpfung. – Zugleich erleben wir eine Zeit voller Herausforderungen: Klimawandel, Umweltzerstörung, gesellschaftliche Spannungen, Einsamkeit und soziale Not beschäftigen uns.

Vor 800 Jahren lebte Franz von Assisi und auch in seinem Jubiläumsjahr ist dieser erstaunlich aktuell geblieben. Mich hat er schon seit der Grundschule fasziniert.

Franz wurde um 1193 in Italien geboren. Als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns hätte er ein bequemes Leben führen können. Doch er entschied sich für einen anderen Weg. Er verzichtete auf Besitz und Ansehen und wollte Christus nachfolgen. Besonders wichtig waren ihm dabei Demut, Einfachheit und Geschwisterlichkeit. Franz nannte sich selbst und seine Gefährten „fratres minores“, die „kleineren Brüder“. Nicht Macht und Größe standen im Mittelpunkt, sondern die Achtung vor jedem Menschen und vor allem Lebendigen.

Bekannt ist Franz von Assisi vor allem durch seine besondere Liebe zur Schöpfung. Für Franz waren Pflanzen, Tiere und Menschen keine voneinander getrennten Bereiche. Alles gehörte zur einen Schöpfung Gottes und war miteinander verbunden.

Gerade in einer auch durch Landwirtschaft und Weinbau geprägten Gemeinde können wir diesen Gedanken gut nachvollziehen. Die Arbeit auf dem Feld und im Weinberg macht deutlich, wie sehr wir auf
einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur angewiesen sind. Gute Böden, sauberes Wasser, und ein ausge-
wogenes Klima sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie sind Geschenke, die bewahrt werden wollen. Franz erinnert uns daran, die Natur nicht nur als Ressource zu betrachten, sondern als Mitgeschöpf Gottes. Umwelt- und Klimaschutz sind deshalb nicht nur politische Aufgaben, sondern auch Ausdruck christlicher Verantwortung.

Doch Franz von Assisi hat noch eine zweite aktuelle Botschaft für uns. Seine Liebe zur Schöpfung war immer mit der Liebe zu den Menschen verbunden. Besonders den Armen, Kranken und Ausgegrenzten wandte er sich zu. Er suchte immer die Begegnung statt Abgrenzung. In einer Gesellschaft, in der manche Menschen vereinsamen oder um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen, bleibt dies ein wichtiger Auftrag für die Kirche und für uns alle. Wo wir einander unterstützen, Zeit verschenken, zuhören und helfen, wird etwas von dem Geist des Franziskus sichtbar.

Vielleicht liegt gerade darin seine bleibende Bedeutung: Franz von Assisi ruft uns dazu auf, neu zu entdecken, dass wir Teil eines großen Ganzen sind. Wir gehören zu Gott, wir gehören zueinander und wir gehören in die Schöpfung. Wer so lebt, wird achtsamer mit der Erde umgehen und zugleich den Menschen mit mehr Freundlichkeit und Respekt begegnen.

So können wir auch heute einstimmen in sein Lob: Gelobt seist du, mein Herr, für alle deine Geschöpfe.

Ihr Pfarrer T. Alius